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13.07.10
L-Methionin bei neurogener Blasenstörung: Weder Belege für Nutzen noch für Schaden
Einzige bisher verfügbare Studie hat Daten zu wichtigen Aspekten nicht erhoben und ist anfällig für Verzerrungen
Ob Patientinnen und Patienten mit sogenannten neurogenen Blasenstörungen vom Arzneiwirkstoff L-Methionin profitieren, ist unklar. Die einzige derzeit verfügbare Studie liefert weder Belege für einen Nutzen noch Belege für einen Schaden. Zu diesem Ergebnis kommt der am 12. Juli 2010 veröffentlichte Abschlussbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).
Die normale Funktion der Harnblase besteht darin, den Urin zu speichern und diesen kontrolliert und koordiniert auszuscheiden. Diese koordinierende Aktivität wird durch das Nervensystem reguliert. Ist dieses geschädigt und die Verbindung zwischen der Blase und dem Nervensystem ganz oder teilweise unterbrochen, spricht man von einer neurogenen Blasenstörung.
Betroffene merken häufig wenig oder gar nichts von dem Bedürfnis auszuscheiden und sind unfähig mit der Ausscheidung zu beginnen oder die Blase von der Entleerung abzuhalten (Inkontinenz). Folgen können unter anderem wiederkehrende Harnwegsinfekte sein. Denn die Tatsache, dass nach der Harnentleerung immer eine gewisse Menge Urin in der Blase verbleibt, begünstigt das Entstehen von Harnsteinen (Phosphatsteine) und Harnblasenentzündungen, die sich zu Nierenentzündungen ausweiten können. Außerdem kann sich der Urin permanent im Nierenbereich stauen. Patientinnen und Patienten mit neurogener Blasenstörung haben deshalb häufig eine verminderte Lebensqualität und ein erhöhtes Risiko für eine Schädigung der Nieren.
L-Methionin senkt pH-Wert des Urins:
Medikamentöse Behandlungen richten sich häufig an die Muskeln, die an der Harnspeicherung und der Entleerung der Blase beteiligt sind. Der Wirkstoff L-Methionin, der seit rund 30 Jahren auf dem Markt ist, hat ein anderes Prinzip: Er entfaltet seine Wirkung über die Ansäurung des Urins. Der niedrigere pH-Wert soll das Bakterienwachstum und das Anhaften von Bakterien an der Blasenwand verhindern und so dazu beitragen, Harnwegsinfekte zu heilen und das Auftreten neuer zu verhindern. Zum anderen soll er die Neubildung von Harnsteinen bremsen und die Wirkung von Antibiotika verbessern, die ihr Optimum in saurem Urin entfalten.
Quelle: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
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