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27. Juni 2019
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- 17.12.18

25 Jahre Botulinumtoxin

Vor 25 Jahren wurde Botulinumtoxin Typ A zugelassen. Das Spektrum an Indikationen ist mittlerweile sehr breit, so ist es das einzige Botulinumtoxin-Typ-A-Präparat, das eine Zulassung für die Therapie der Chronischen Migräne sowie zur Behandlung der idiopathisch überaktiven Blase aufweist. „Die Injektion von Botulinumtoxin Typ A gilt als Therapie der ersten Wahl bei essentiellem Blepharospasmus“, sagt die Neuro-Ophthalmologin Prof. Dr. Bettina Wabbels beispielsweise über die Indikation Lidkrampf, für die BOTOX® als erstes zugelassen wurde.

Von seiner Erfolgsgeschichte zeugt, dass der Name „Botox“ für viele ein Synonym für Botulinumtoxine schlechthin geworden ist, obwohl es keine Abkürzung für Botulinumtoxin-Produkte im Allgemeinen ist, sondern eine geschützte Marke des Unternehmens Allergan.

Botulinumtoxin ist ein vom Bakterium Clostridium botulinum produziertes Protein, das die Erregungsübertragung an der neuromuskulären Synapse durch Blockade der Acetylcholinausschüttung hemmt. Damit wirkt es muskelrelaxierend und kann, in toxischen Dosen, zu Muskellähmungen führen. Gering dosiert kann die muskelrelaxierende Wirkung bei einer ganzen Reihe von Erkrankungen eingesetzt werden, an deren Pathogenese die Überaktivität von Muskeln beteiligt ist. Wie die aktuelle Forschung zeigt, erklärt sich die Wirkung bei Chronischer Migräne wahrscheinlich aus der zusätzlichen „neuromodulatorischen" Wirkung auf sensorische Neurotransmitter.

Wie aus dem Bakterium ein Medikament wurde:
Die lange Karriere von Botulinumtoxin begann nicht als Heilmittel, sondern mit verdorbenem Fleisch. Zur Erklärung der von ihm untersuchten Fälle von Fleischvergiftung vermutete der süddeutsche Arzt Justinus Kerner (1786-1862) Anfang des 19. Jahrhunderts die Existenz einer „Fettsäure“, die für die Vergiftungserscheinungen verantwortlich war. Um 1896 gelang schließlich die Isolierung des Bakteriums Clostridium botulinum und später die Charakterisierung des von ihm produzierten Proteins Botulinumtoxin. Dessen therapeutisches Potential wurde jedoch erst in den 1970er Jahren erschlossen und führte zur FDA-Zulassung von BOTOX® im Jahr 1989. Vor 25 Jahren, im Jahr 1993, erfolgte schließlich auch die Zulassung in Deutschland.

Anwendungsgebiete:
War BOTOX® zunächst nur zur Behandlung des Blepharospasmus und des hemifazialen Spasmus zugelassen, trugen die Zulassungserweiterungen der folgenden Jahre zu der großen Vielfalt von Indikationen, in denen BOTOX® heute eingesetzt werden kann, bei:

Hemifazialer Spasmus & Blepharospasmus 1993
Zervikale Dystonie 1996
Juvenile Zerebralparese bei Kindern > 2 Jahren 1998
Spastik der Hand / des Handgelenkes nach Schlaganfall 2001
Starke Hyperhidrosis axillaris 2003
Chronische Migräne & neurogene Detrusorhyperaktivität 2011
Idiopathische überaktive Blase 2013
Spastik des Fußgelenkes nach Schlaganfall 2014.

Die Wirksamkeit von BOTOX® bei Chronischer Migräne ist von besonderem Interesse, da diese Erkrankung ein großes Problem für das Gesundheitssystem darstellt. „Insgesamt ist durch unbehandelte Chronische Migräne von erheblichen Gesundheitskosten auszugehen“, bestätigt auch Prof. Dr. Andreas Straube, Neurologe an der Universität München, Klinikum Großhadern. BOTOX® kann bei Patienten mit Chronischer Migräne eingesetzt werden, die auf prophylaktische Medikation nur unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben. Zur Behandlung wird das Präparat nach einem standardisierten Schema etwa alle 12 Wochen in festgelegte Muskeln im Stirn- und Nackenbereich injiziiert. Wie in Studien gezeigt wurde, kann eine solche Behandlung die Zahl der Migränetage bei den Patienten im Vergleich zu Placebo signifikant verringern. So erreichen mehr als 70% der Patienten nach dem dritten Injektionszyklus eine Reduktion der Kopfschmerztage um mindestens die Hälfte.

Neben der Zulassung für die Chronische Migräne stellt die Zulassung von BOTOX® zur Behandlung der idiopathischen überaktiven Blase und der neurogenen Detrusorhyperaktivität in Folge einer Rückenmarksverletzung oder von Multipler Sklerose ein Alleinstellungsmerkmal dar. Die Behandlung erfolgt hier direkt durch Injektion in die Blasenwand, wodurch es zur Entspannung des überaktiven Detrusormuskels und zu einer deutlichen Verbesserung der Symptome kommt.

Quelle: JournalMED


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