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21. Oktober 2019
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- 5.09.19

Immunsupprimierte jetzt durch Impfungen vor Grippe und Pneumokokkenerkrankungen schützen

Die Grippeimpfung ist laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) die effektivste Methode, um schwerwiegenden Erkrankungen, ausgelöst durch Influenzaviren, vorzubeugen – vor allem bei Patienten mit einem erhöhten Infektionsrisiko. Darüber hinaus kommt es bei Grippeerkrankten oft zu bakteriellen Co-Infektionen, am häufigsten durch Streptococcus pneumoniae. Patienten mit Immunsuppression sollten daher jedes Jahr eine Grippeimpfung erhalten und zusätzlich einmalig sequenziell gegen Pneumokokken geimpft werden.

Die WHO hält den Ausbruch einer weiteren Grippepandemie für jederzeit möglich und trifft deshalb Vorkehrungen. In diesem Jahr wurde die „Globale Influenzastrategie 2019-2030“ vorgestellt, eine der umfassendsten und weitreichendsten Maßnahmen, welche die WHO jemals gegen Influenza unternommen hat. Eines ihrer Hauptziele ist die Verbesserung der Vorbeugung gegen saisonale Influenzainfektionen.

Niedrige Impfquoten sowohl bei Influenza als auch bei Pneumokokken:
Die WHO und die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfehlen die Influenzaimpfung für Menschen mit herabgesetzter Immunkompetenz und besonderer Gefährdung. Somit sollten sich unter anderem Patienten mit chronischen Erkrankungen, immunsuppressiver Medikation oder höherem Lebensalter jährlich impfen lassen. Doch die Impfquoten sind niedrig. Aktuelle Daten des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung zeigen, dass beispielsweise nur 40,8% der Patienten mit rheumatoider Arthritis gegen Grippe geimpft sind. Noch schlechter sieht es bei der Pneumokokkenimpfung aus: Trotz eindeutiger Empfehlung wurden lediglich 4,4% der immunsupprimierten Patienten in den ersten 2 Jahren nach Diagnosestellung geimpft. Im Fall einer Infektion mit dem Influenzavirus ist diese Impflücke besonders relevant, denn in 35% der Fälle kommt es zu bakteriellen Folgeerkrankungen – mit Streptococcus pneumoniae als führendem Erreger. Die zusätzliche Pneumokokkenimpfung ist somit für Immunsupprimierte eine unerlässliche Prophylaxemaßnahme. Besonders jetzt zum bevorstehenden Start der Grippesaison sollte die Grippe- und Pneumokokkenimpfung gezielt in der Beratung zwischen Arzt und Patient besprochen werden.

Empfehlungen zu Impfstoff und Impfzeitpunkt:
Die Impfung gegen Influenza sollte spätestens im Oktober/November erfolgen, da die Grippesaison meist nach der Jahreswende beginnt. Geimpft wird mit einem inaktivierten quadrivalenten Impfstoff mit aktueller, von der WHO empfohlener Antigenkombination. Im Idealfall kann die Pneumokokkenimpfung gleichzeitig mit der Influenzaimpfung verabreicht werden, sollte aber immer in Abhängigkeit vom Krankheits- und Therapieverlauf und in enger Abstimmung zwischen Haus- und behandelndem Facharzt erfolgen. Für Patienten mit Immunsuppression empfiehlt die STIKO die sequenzielle Pneumokokkenimpfung, bei der zunächst der 13-valente Konjugatimpfstoff PCV13 (Prevenar 13®) appliziert wird und 6 bis 12 Monate später der 23-valente Polysaccharidimpfstoff PPSV23.3 Sowohl die Influenza- als auch die Pneumokokkenimpfung werden für infektionsgefährdete Patienten von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet.

Quelle: JournalMED


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